Seit ein paar Jahren bereits pflege ich meinen kleinen Kräutergarten auf dem Fensterbrett. Eine feine Sache ist das, denn wenn man es geschickt anstellt, dann hat man nicht nur immer ein paar frische leckere Kräuter für die Küche, sondern auch noch einen kleinen leuchtend grünen Blickpunkt, wenn man aus dem Fenster schaut. Und das übrigens nicht nur im Sommer, denn es gibt auch winterharte Kräuter und Gewürzpflanzen, die das ganze Jahr über grünen.
Mein Rosmarin und mein Lavendel haben den letzten Winter zum Beispiel gut überstanden, obwohl ich immer dachte, dass die Pflanzen mit ihren starken Wurzeln unbedingt Gartenboden brauchen, aber ich hab sie jetzt schon in der zweiten Saison auf meinem Fensterbrett und sie lediglich im letzten Herbst radikal zurück geschnitten. Das muss man wohl auch gründlich tun, denn die wachsen wie Gift, werden dann recht schwer und hängen leicht über (weil sie sich ja Richtung Licht strecken).
Damit mir meine Töpfe nicht beim nächsten Sturm runter stürzen und einem unschuldigen Passanten auf den Kopf fallen habe ich mir übrigens was Cleveres ausgedacht: einfach flexible Federstangen, so wie man sie als Duschstange kaufen kann, zwischen den Mauervorsprung geklemmt und mein Kräutergarten ist gegen Absturz gut gesichert. Die Klemmstangen haben auch den Vorteil, dass man nix schrauben muss, das ist ja immer wichtig, wenn man in einer Mietwohnung lebt.
Basilikum muss bei mir auch immer sein, der bekommt aber immer einen extra Topf, weil der so wuchert, dass der garantiert alle anderen Pflanzen abwürgen würde. Bei manchen Pflanzen sollte man auch darauf achten, dass die Töpfe auf dem Fensterbrett eine gewisse Tiefe aufweisen, meine Petersilie ist nämlich aus diesem Grunde gar nichts geworden, die wollte einfach mehr Platz nach unten für die Wurzeln.
Manche Kräuter blühen übrigens, wenn man sie lässt und nicht vorher aberntet. Den Bienen schmeckt das auch.
Herrlich wie das duftet!
Ein Schritt in einen sommerlichen Kräutergarten kann traumhaft schön sein. Zahlreiche Düfte verschiedenster Kräuter verzaubern die Seele. Überall hängt der süße, säuerliche und natürliche Geruch von Pflanzen in der Luft. Dieses Gefühl von Freude, von Leben und Lebenslust macht nicht nur den Gartenfreund glücklich. Besonders beliebt zeigen sich solche erholsame Kräutergarten gerade auch bei Menschen aus der Stadt. Durch die verschiedenen Düfte der positiv wirkenden Kräutern kann man Seele und Körper super entspannen. Es ist bewiesen: Ein duftender Kräutergarten wirkt beruhigend und ist somit eine erholsame “Ablenkung” aus dem Alltag. Wer sich selbst einen duftenden Kräutergarten anlegen will braucht natürlich ein bisschen Wissen, um den perfekt riechenden Garten hinter dem Haus zu haben. Damit das Anlegen aber um ein vielfaches erleichtert wird, werden hier mal ein paar wohlriechende Kräuter beschrieben:
- Thymian: duftet nach herber Frische, riecht nach natürlichen Gewässern
- Rosmarin: riecht fantastisch nach Urlaub am Strand
- Minze: frisches Blau, triumphiert in jedem Kräutergarten, tropischer Duft
- Fenchel: vergleichsweise bitterer Duft, aber keinesfalls übelrichend
- Anis: starker Duft; vergleichbar mit dem Duft von Fenchel
- Kresse: reizender Duft von anregender Frische, säuerlicher Duft
- Zitronengras: einzigartiger Geruch nach milder Zitrone
- Salbei: weich riechender, sanfter Geruch nach Gräsern
- Goldlack: süßer Geruch nach Honig im Kontrast mit einem feinem Geruch nach etwas Bitterem
- Flieder: lockt nicht nur Bienen an, der ebenfalls herrliche Duft, überzeugt auch den Menschen
Das Motto für den Kräutergarten: Umso mehr Kräuter, desto mehr Duft! Eine Kräutersorte reicht nicht, lieber viele Sorten anpflanzen und dafür von jeder Sorte etwas weniger Pflanzen! Zu einem richtigen Kräutergarten empfehlen sich auch ein paar Büsche und Sträucher, die ringsherum um den Kräutergarten gepflanzt werden. Ein Kräutergarten ist ein Garten der Sinne: Die Liebe liegt in der Pflanze!